Januar 30, 2026
US-Zolldrohungen im Grönland-Kontext
Resilienz stärken und stabile Handelspartnerschaften ausbauen
Öffentliche Ankündigungen des US-Präsidenten zu möglichen zusätzlichen Zöllen auf Waren aus mehreren europäischen Staaten sorgen in der deutschen Industrie für wachsende Besorgnis. Auslöser sind politische Spannungen rund um Grönland. Auch wenn bislang keine formelle Executive Order oder rechtlich verbindliche Umsetzung vorliegt, zeigen diese Drohungen einmal mehr, wie schnell geopolitische Konflikte in handelspolitische Maßnahmen münden können.
Aus Sicht des Deutschen Industrieverbands SPECTARIS unterstreichen diese Entwicklungen die dringende Notwendigkeit, die Wettbewerbsfähigkeit und Resilienz der europäischen Wirtschaft weiter zu stärken. Politisch motivierte Zölle schaffen erhebliche Unsicherheiten für Unternehmen, beeinträchtigen Investitionsentscheidungen und gefährden stabile internationale Lieferketten. „Die wiederholten Zolldrohungen machen deutlich, dass Europa seine Handelspolitik breiter und robuster aufstellen muss. Die erfolgreiche Einigung mit den Mercosur-Staaten zeigt, dass neue und verlässliche Partnerschaften möglich sind und wir sie aktiv vorantreiben sollten“, betont Jörg Mayer, Geschäftsführer von SPECTARIS. „Gerade in Zeiten zunehmender geopolitischer Spannungen ist es entscheidend, den Zugang zu Märkten zu diversifizieren und die Abhängigkeit von einzelnen Ländern zu verringern.“
Gleichzeitig warnt der Verband vor einer unkoordinierten Eskalation. Die USA bleiben ein wichtiger Handelspartner und mögliche EU-Gegenmaßnahmen, etwa in Form von Gegenzöllen, müssen frühzeitig und eng im Dialog mit der Wirtschaft abgestimmt werden. Nur so lassen sich unbeabsichtigte Folgeschäden für Unternehmen und Wertschöpfungsketten vermeiden. Erfahrungsgemäß treffen Handelskonflikte nicht nur einzelne Branchen, sondern wirken sich entlang ganzer Lieferketten aus.
„Ein regelbasierter Handel und ein konstruktiver transatlantischer Dialog bleiben für unsere Industrie von zentraler Bedeutung“, so Jörg Mayer weiter. „Die EU sollte ihre industrie- und handelspolitischen Instrumente strategisch nutzen, gleichzeitig aber alles daransetzen, weitere wirtschaftliche Schäden durch Eskalationen zu verhindern.“
SPECTARIS steht hierzu im engen Austausch mit politischen Entscheidungsträgern sowie europäischen Partnerverbänden und wird die weiteren Entwicklungen aufmerksam begleiten.
Quelle: Spectaris e.V.