November 16, 2022
Export

Spitzenmedizin aus Deutschland in Israel gefragt

Israels schnelles Bevölkerungswachstum sorgt für einen nachhaltig steigenden Bedarf nach Medizintechnik. Das hohe technologische Niveau des israelischen Gesundheitswesens führt wiederum zu großen Anforderungen an die Modernität und Qualität medizintechnischer Ausrüstungen.

Gute Absatzchancen gibt es unter anderem beim Ausbau des Krankenhausnetzes. Im August 2022 hat die israelische Regierung dazu ein umfangreiches Programm vorgelegt. Demnach sollen bis 2048 acht neue Krankenhäuser und 19 geriatrische Zentren errichtet sowie bestehende Krankenhäuser ausgebaut werden. Auch die Digital Health-Branche entwickelt sich sehr dynamisch. Dank der Analyse digitalisierter Daten erwartet das israelische Gesundheitsministerium rasche Fortschritte bei der Entwicklung individuell angepasster Behandlungsmethoden für einzelne Patienten. Ein weiteres Ziel ist es, die Prädiktiv- und Präventivmedizin voranzubringen. Bis Ende dieses Jahrzehnts sollen diese Verfahren im Gesundheitswesen des Landes weit verbreitet sein. Zugleich will Israel seine Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern weiter stärken. Je schneller sich die Digitalisierung im israelischen Gesundheitswesen durchsetzt, umso mehr wird dessen Nachfrage nach entsprechenden Geräten und Ausrüstungen expandieren. Daraus können sich für ausländische Unternehmen zahlreiche Geschäftschancen auf dem israelischen Markt ergeben.

Einen besonders kräftigen Sprung nach oben verzeichneten zuletzt die Importe von medizinischen Produkten und Geräten: Die Einfuhren erhöhten sich in den Jahren 2017 bis 2021 mit einem Plus von 65 Prozent nahezu um zwei Drittel. Die einheimische Gesundheitsbranche stellt zwar moderne medizintechnische Geräte und Ausrüstungen her, deckt allerdings nur einen Teil der Nachfragepalette. Deutsche Medizintechnik ist auf dem israelischen Markt fest etabliert. Traditionell gehört Deutschland hinter den USA und China zu den drei wichtigsten Lieferanten.

Grundsätzlich können nur medizintechnische Produkte nach Israel eingeführt werden, die bereits eine Marktzulassung in einem sogenannten „anerkannten Land“ besitzen. Dazu zählen vor allem westeuropäische und nordamerikanische Staaten. Für das Absatzpotenzial ist es entscheidend, ob das jeweilige Produkt in den staatlich finanzierten Leistungskatalog, den sogenannten „Gesundheitskorb“, aufgenommen wurde. Der Gesundheitskorb umfasst sowohl Medikamente als auch medizinische Technologien und wird jährlich erweitert.

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz / CC BY-ND 3.0 DE