Mai 11, 2022
Bildgebung Forschung

Standortbesuch bei Philips in Hamburg

Für Philips hat der Standort in Hamburg eine ganz besondere Bedeutung. Im Jahr 1927 übernahm das niederländische Unternehmen die Hamburger Firma C.H.F. Müller, bekannt als „Röntgenmüller“, und hat damit den Grundstein für das Gesundheitstechnologieunternehmen gelegt, das es heute ist. In einer Presseveranstaltung Ende März öffnete Philips virtuell seine Tore in Hamburg, um auf die Themenfelder zu schauen, die derzeit die Gesundheitsbranche beschäftigen: Künstliche Intelligenz (KI) in der radiologischen Bildgebung, Ansätze für eine nachhaltigere Gesundheitsversorgung und Digitalisierungsinitiativen für Krankenhäuser im Zuge des Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG).

Dr. Uwe Heckert, Philips Market Leader DACH, und Ecky Oesterhoff, Strategic Digital Solution Leader Philips DACH, sowie Anke Ellingen, Communications Manager Philips DACH. Bild: Koninklijke Philips N.V.

Hamburg ist ein Standort mit Geschichte. Mit dem Kauf von C.H.F. Müller vor knapp 100 Jahren stieg der damalige Glühlampenhersteller in die Medizintechnik ein. Auf dem Gelände an der Röntgenstraße wird bis heute die klassische Glasröntgenröhre hergestellt. Über die Zeit sind Hochleistungsröhren, Generatoren und ergänzende Komponenten hinzugekommen, sowie eine Forschungs- und Entwicklungsabteilung. Im Zentrum steht die Weiterentwicklung radiologischer Bildgebung beispielsweise durch die Nutzung von KI. Darüber hinaus ist hier seit 2015 die Hauptniederlassung für Deutschland, Österreich und die Schweiz und die international operierende Niederlassung Philips Medical Systems DMC (kurz für Development and Manufacturing Center) verortet. Sebastian Lindemann, Head of Communications Philips DACH, stellt den Standort in einem Kurzbeitrag vor.

Künstliche Intelligenz macht radiologische Auswertungen effizienter

Der lokalen fachlichen Ausrichtung entsprechend beschäftigen sich auch die vorgestellten Forschungsprojekte mit der Radiologie. Den Anfang machen zwei Vorträge aus der Forschungsinitiative KI- SIGS. Sie widmet sich dem Aufbau eines „KI-Space für intelligente Gesundheitssysteme“ in Kollaboration von norddeutschen KI-Instituten in Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein zusammen mit medizintechnischen Unternehmen und Partnern der Universitätskliniken. Vom Universitätsklinikum Schleswig-Holstein stellt Prof. Dr. Olav Jansen, Direktor der Klinik für Radiologie und Neuroradiologie am Campus Kiel, ein KI-basiertes Projekt zur Erkennung und Klassifizierung von Wirbelbrüchen vor. Prof. Dr. Jörg Barkhausen, Direktor der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin am Campus Lübeck, schließt daran an mit der Vorstellung einer KI- Lösung für die Röntgenbildgebung zur Positionsbestimmung von Sonden und Kathetern in der Intensiv- und Notfallmedizin. Das gemeinsam mit Philips entwickelte Analyseverfahren soll zur optimierten und schnelleren Befundung von CT- sowie Röntgenbildern durch den Einsatz von KI-basierten Algorithmen dienen. „Künstliche Intelligenz kann uns helfen, auch mit knapperen Personalressourcen medizinische Fragestellungen zielgerichteter zu lösen“, erläutert Prof. Barkhausen die Erkenntnisse aus dem Projekt.

Unterstützung für aussagekräftige Bilder

Digitale Technologien können nicht nur bei der Auswertung und Befundung in der Radiologie hilfreich sein, sondern unterstützen bereits bei der Generierung von hochwertigen Bildern. „Wir liefern damit die Grundvoraussetzung dafür, dass eine KI arbeiten kann. Denn bei nicht-optimaler Bildqualität wird jeder Algorithmus scheitern“, erklärt Prof. Dr. Axel Gossmann, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Klinik für Radiologie, Kliniken Köln, in seinem Projektbericht zum Philips Radiology Smart Assistant. Seit fast einem Jahr wird die KI-gestützte Lösung in Köln erfolgreich eingesetzt, um dem radiologischen Fachpersonal Rückmeldungen zur Positionsgenauigkeit zu geben und die Bildqualität von Röntgenaufnahmen zu verbessern.

EcoDesign und Kreislaufwirtschaft

Bei Großgeräten gibt es viele Ansätze für eine nachhaltigere Nutzung. „Das Idealszenario für eine nachhaltige Gesundheitsversorgung ist, Großgeräte so lange wie möglich in der Nutzung zu halten“, fasst Lisa Klintwort, Business Marketing Manager, im Beitrag „Circular Economy – Kreislaufwirtschaft bei Großgeräten“ zusammen. Welchen Einfluss der Designprozess auf Nachhaltigkeitsaspekte haben kann, zeigt Lina Lorenz-Eismann, Product and Solutions Specialist MRT, am Beispiel des Philips Ingenia Ambition 1.5T MRT-Systems. Anstatt der üblichen 1.500 Liter an flüssigem Helium braucht er lediglich sieben Liter für den Betrieb.

Gemeinsam Digitalisierung vorantreiben

Über die „Digitalisierung im Rahmen des KHZG“ sprechen Dr. Uwe Heckert, Market Leader DACH, und Ecky Oesterhoff, Strategic Digital Solution Leader für Philips in DACH. Die DMEA 2022 Ende April spielte hier eine wichtige Rolle: „Die Messe als Austauschplattform war nie wichtiger als in diesem Jahr“, hebt Oesterhoff den Branchentreff in Berlin hervor. Neben den großen Themen wie Interoperabilität, Cloudfähigkeit und Cybersicherheit gehe es IT- und Digitalisierungsverantwortlichen auch darum, sich ein Bild über förderfähige Lösungen zu machen, die in der kommenden KHZG-Ausschreibungsphase für das eigene Haus und die eigene Digitalstrategie passend sind. „Es braucht Mut, die Dinge grundsätzlich in Frage zu stellen und zu optimieren und nicht nur bestehende Prozesse und Handlungsweisen durch IT zu elektrifizieren“, fasst Heckert die anstehenden Aufgaben zusammen.

Die Veranstaltungsreihe wurde im letzten Jahr mit einem Standortbesuch bei Philips in Böblingen begonnen.

Quelle: Koninklijke Philips N.V.